Mitteilung für die Presse 01/2007: Bruchlandung Merzbrück?
Die Motive, aus denen heraus sich die Stadt Eschweiler am Ausbau des Flugplatzes beteiligt, gilt es aus Juso-Sicht nach wie vor zu hinterfragen – selbst, wenn EU-Vorgaben die Flugplatzerweiterung unumgänglich machen.
So werden Landebahnausbau und -verschwenkung einerseits mit einer allgemeinen Reduzierung des Fluglärms in der Region begründet, die sich jedoch für den einzigen Ortsteil Eschweilers in unmittelbarer Nähe zum Fluggelände, St. Jöris, nicht nachweisen lässt. Andererseits soll der Ausbau Merzbrücks der Stärkung der wirtschaftlichen Infrastruktur der Euregio dienen, wenn auch größere Flugzeuge den überwiegend freizeitlich genutzten Flugplatz in einer Region anfliegen können, die mit den Flughäfen Aachen/Maastricht und Köln/Bonn bereits zu genüge an den größeren Flugverkehr angebunden ist.
Die Folgen dieser aus falschen Beweggründen gefällten Entscheidung treffen nicht etwa die wenigen betuchten Geschäftsleute, die Merzbrück demnächst einige Male im Jahr anfliegen können, sondern die Einwohner unserer Stadt selbst, da die begrenzten Geldmittel Eschweilers nun nicht mehr für wichtige soziale Einrichtungen zur Verfügung stehen, sondern über Jahre hinweg in die Finanzierung des Flugplatzausbaus versickern. Diese Umverteilung des städtischen Haushalts führt nämlich nicht zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, wie die Initiatoren dieses Projekts als Quasi-Totschlagargument ins Feld führen, sondern bestenfalls zu einer Umverteilung bereits bestehender Arbeitsplätze.
Unter diesen diesen Gesichtspunkten muss jedoch nicht nur der fragwürdige Flugplatzausbau Merzbrücks auf Unverständnis stoßen, sondern ebenfalls die Tatsache, dass diese Entscheidung von einer SPD geführten Mehrheitsfraktion zu zwei Dritteln mitgetragen wird, die die Mittel der Stadt nicht in die Förderung fragwürdiger Prestigeobjekte, sondern in Fördermaßnahmen allgemeinnütziger Einrichtungen investieren müsste!





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