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EN / EZ: Klimaschutz fängt bei jedem an

Von: Jusos Eschweiler 10. Juni 2007 Keine Kommentare

Die “EN/EZ” berichteten am 9. Juni 2007 über unsere Informations- und Diskussionsveranstaltung “Klimawandel: Wie sind die Aussichten?”. Wir zitieren den Artikel von Tobias Röber ungekürzt.

Energieexperten warnen bei Diskussionsveranstaltung der Jungsozialisten vor dem Klimakollaps. Gefahren auch in der hiesigen Region: Mehr Regen im Winter, und im Sommer verdorrt das Korn.

V. l. n. r.: Eckard Köppel, Marion Haustein, Svenja Schulze; Bild: Jusos Eschweiler

V. l. n. r.: Eckard Köppel, Marion Haustein, Svenja Schulze; Bild: Jusos Eschweiler

Eschweiler. Erderwärmung, Klimakollaps – das Thema ist akut, doch das Interesse in Eschweiler nicht groß. Denn sonst wären der Einladung des Juso-Stadtverband hatte eingeladen zu einer Diskussionsrunde mit der umweltpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Svenja Schulze, dem Energieexperten Eckard Köppel und der Juso-Stadtverbandsvorsitzenden Marion Haustein. Ganze sieben Interessierte kamen ins Vereinsheim des FC Rhenania Eschweiler.

Diejenigen, die nicht dabei waren, haben etwas verpasst. Denn die rund zweieinhalb Stunden waren keine Sekunde langweilig. Die Jusos präsentierten ausgewählte Szenen aus Al Gores oscarprämierter Dokumentation “Eine unbequeme Wahrheit” und diskutierten anschließend mit den Zuhörern über die Probleme.

“In den letzten 100 Jahren haben wir viel mehr Energie als in den Jahrtausenden zuvor verbraucht”, benannte Svenja Schulze gleich zu Beginn ein großes Problem. “Dass es wärmer wird, ist eindeutig von Menschenhand gemacht”, betonte sie und fügte hinzu: “Zwei Grad Erwärmung können wir nicht verhindern, aber alles, was darüber hinaus geht, liegt noch in unserer Hand.”

Orkane, Hurrikans, Überschwemmungen. Die Zahl an Naturkatastrophen nimmt ständig zu. Größtenteils in Ländern, die weit weg sind. “Was haben wir also damit zu tun?”, fragte Marion Haustein in die Runde. “Eine ganze Menge”, so Eckard Köppel. “Die Winterniederschläge werden um 30 Prozent zunehmen, in der Eifel gar noch mehr. Überschwemmungen sind die Folge und im Sommer werden wir extreme Hitze und Trockenheit erleben”, meinte der Energieexperte.

“Es fängt bei jedem Einzelnen an”, ist sich Svenja Schulze sicher und nannte ein Beispiel: “Wenn alle in Deutschland ihre Geräte, die auf Stand-By laufen, ausschalten würden, wären zwei Kraftwerke überflüssig.” Die Politikerin berichtete, dass die Herstellung eines Kaugummi-Päckchens sechs Kilogramm Kohlendioxid verursache. Außerdem riet sie, verstärkt Produkte aus der eigenen Region zu kaufen. “Da fällt schon mal der lange Transportweg weg.”

Natürlich sei gerade die Politik gefordert, berichtete Svenja Schulze. “Es wird schon einiges getan. So hat beispielsweise China das größte Wiederaufforstungsprogramm der Welt gestartet.”

Allerdings bemerkt die umweltpolitische Sprecherin immer wieder eine “Trägheit im System”. Im Landtag werde nach wie vor von einigen Kollegen diskutiert, ob es die Klimaveränderungen überhaupt gäbe. Vor allem an der FDP ließ sie Schulze kein gutes Haar.

“Wir müssen die Energie effizienter nutzen”, so Eckard Köppel. Klingt einfach, ist es oft aber nicht. Der Energieexperte erlebt viele Firmen, die sich von den Konzepten nicht überzeugen lassen. Svenja Schulze hat die Lösung: “Über den Markt funktioniert es anscheinend nicht, also müssen wir das politisch erzwingen.?

Köppel ermutigt die Industrie immer wieder. “Wer diesen Markt jetzt entdeckt, wird in Zukunft Vorteile haben.” Gleichzeitig kritisierte er, dass in Eschweiler und Umgebung die Braunkohle weiter genutzt wird. “Das ist total verkehrt. Wir haben die nötigen Techniken, umweltfreundlicher zu produzieren, wir können umweltfreundlichere Autos bauen. Nur müssen wir das jetzt auch umsetzen.”

Das gehe nur über die Politik, betonte Köppel und appellierte damit zugleich an den Nachwuchs: “Dafür brauchen wir euch junge Leute. Wir können nicht länger warten.”

Deshalb soll weiter Überzeugungsarbeit geleistet werden. “Wir müssen sachlich aufklären und zeigen, wo der Ausweg ist”, so Svenja Schulze. Sie selbst zeigte direkt im Anschluss den Weg. Die Politikerin setzte sich nämlich nach Ende der Veranstaltung nicht in ihr Auto, um ins heimische Münster zu fahren, sondern in den Zug. Vorbildlich! (tob)

EN / EZ

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