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EN / EZ: Jung, nicht wild: Der Nachwuchs ist längst etabliert

Von: Jusos Eschweiler 6. Oktober 2007 Keine Kommentare

In den EN/EZ rschien heute ein Artikel über unsere Vorsitzende Marion Haustein und den Vorsitzenden der Jungen Union Eschweiler Armin Winnen. Wir zitieren den Text von Christoph Velten ungekürzt.

Eschweiler. Einen gemeinsamen Termin mit den beiden zu vereinbaren, ist nicht einfach. Die Zeit ist knapp zwischen Hobby und Beruf, zwischen Studium und Politik. Aber es klappt. Im Eschweiler Rathaus kennen Marion Haustein, 25, und Armin Winnen, 26, sich aus.

Berührungsängste? Fehlanzeige! Wieso auch. Längst sind die beiden etabliert in der kommunalen Politstruktur. Sie: Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos) in Eschweiler. Er: Vorsitzender der Jungen Union. “Wir sind nicht die jungen Wilden”, sagen beide. Man kenne die Spielregeln. Der eine schwarz, die andere rot.

Die Stühle braun

Der Ratsaal ist besetzt. Stattdessen geht’s in Sitzungszimmer zwei – klingt pragmatisch, ist es auch. Die Tapete aus Stoff, die Vorhänge schwer, die Stühle braun. Jung, dynamisch? Na ja. Trotzdem: Es entwickelt sich ein anregendes Gespräch. Warum man als junger Mensch heute noch in die Politik geht? Bei Armin Winnen war es Helmut Kohl.

“Ich bin schon mit 17 Jahren in die CDU eingetreten”, sagt er. Kohl habe ihn fasziniert damals. “Eine Leitfigur”, sagt er. Häme, Kopfschütteln, Skepsis? Nein, weder seine Familie, noch Mitschüler hätten derart reagiert. Im Gegenteil: “Aus meiner Stufe sind noch vier Mann mitgezogen.”

Marion Haustein hat über ihr Studium den Weg in die Politik gefunden. “Volkswirtschaftslehre – erst da habe ich die Zusammenhänge wirklich begriffen”, sagt sie. Eine Zeit, in der die SPD wegen Kosovo-Krieg und Agenda 2010 mit vielen Austritten klar kommen musste. “Da habe ich gedacht: jetzt erst recht.”

Aber wo liegt die Faszination? Was macht Politik für junge Menschen attraktiv? “Es wird viel diskutiert. Man macht etwas für sich und für andere”, sagt Haustein und Winnen stimmt mit ein. Das immer alle nach dem persönlichen Vorteil fragten – das sei das grundsätzliche Problem unserer Gesellschaft. “Wir müssen weg von der Frage nach dem persönlichen Mehrwert, hin zur gesellschaftlichen Verantwortung?, sagt Winnen.

Die Junge Union hat in Eschweiler 120 Mitglieder, die Jusos 90. “Auf dem Papier.” Dass nur höchsten zehn Personen wirklich aktiv bei der Sache sind, frustriert die beiden nicht. “Solange wir im kleinen Kreis gute Arbeit leisten, macht die Sache Spaß”, sagen sie.

Die beiden haben mehr gemein, als man ob ihr Parteizugehörigkeit erwarten könnte. Es gebe viele Themen, die man gemeinsam bearbeiten könnte. Schließlich vertrete man die junge Generation. Und in Eschweiler ziehe man deshalb gelegentlich am selben Strang. “Um so kleiner der geografische Radius, um so ähnlicher die Positionen”, sagt Winnen.

Und der konkrete Erfolg? Dass die wenigsten ihrer Forderungen dann auch umgesetzt werden, gehört zur Politik anscheinend dazu. Das wissen die zwei nur zu gut. Aber es sei eine Bereicherung, sich mit den Postionen anderer auseinanderzusetzen. “Allgemeinbildend”, sagt Haustein. “Gemeinschaftsprägend”, sagt Winnen.

Vielleicht haben sie auch deshalb gegen die Etablierten kaum etwas einzuwenden. “Vor denen ziehen wir den Hut”, sagt Haustein. Die viele Zeit, die vor allem Kommunalpolitiker in ihrer Freizeit opferten, sei schon enorm. Deshalb können sie sich ein berufliches Leben in der Politik auch nicht vorstellen. Bei der Frage nach der politischen Karriere schütteln beide energisch mit den Köpfen. “Das bleibt ein Hobby – mehr nicht”, sagt Winnen.

Um den Nachwuchs machen sich die beiden dann auch ein bisschen Sorgen. “Schwer”, sagt Winnen, “sehr schwer.” Auch persönlich werde die Zeit immer knapper. Man trennt sich im Foyer des Rathauses, der eine rechts, die andere links – unbewusst, aber immerhin.

[EN/EZ]

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