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EN / EZ: Lohnenswerter Abend

Von: Jusos Eschweiler 6. Oktober 2007 Keine Kommentare

Die EN/EZ berichten heute über unsere Veranstaltung “Lohnt es sich? Wirtschaftsfaktor Lohn”. Wir zitieren den Text von Tobias Röber ungekürzt.

Die Jusos diskutieren den Wirtschaftsfaktor Lohn

Eschweiler. Ist Deutschland ein Hochlohnland? Welche Auswirkungen hat die Lohnhöhe auf unser Leben? Und welche auf die deutsche Wirtschaft? Wieso Mindestlöhne? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Eschweiler Jusos am Donnerstagabend. Zu einer Informationsveranstaltung mit dem Titel “Lohnt es sich? Wirtschaftsfaktor Lohn” hatte der Stadtverband der Jungsozialisten in der SPD ins “Mexi?s Party Eck” eingeladen. Als Referent konnten sie mit Ralf Welter, Dozent der FH Aachen für Volkswirtschaftslehre, einen Fachmann gewinnen.

Mehr als ein Vortrag

Es war mehr als nur ein einfacher Vortrag. Ralf Welter hatte viel Interessantes zu berichten, seine Zahlen, Thesen und Informationen regten immer wieder zu Diskussionen an. “Wir haben ein riesiges Problem: Unsere Arbeitsstruktur unterliegt einem massiven Wandel”, begann der Referent und ging sofort auf die “sechs verlorenen Jahre” ein. So sei zwischen 2000 und 2006 die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 43,4 Prozent gestiegen, das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum um 7,2 Prozent. Die Löhne hingegen sanken um 4,9 Prozent.

Welter erläuterte zunächst den Begriff Lohn. Lohn entspringe aus Erwerbsarbeit, so der Volkswirtschaftler und es gehöre zu jedem Menschen dazu. Eine gewissen Form des Lohns gebe es auch für private und ehrenamtliche Tätigkeiten. “Es verschiebt sich immer mehr in diese Richtung”, erläuterte Welter.

Ebenfalls stark angestiegen ist die Produktivität. Seit 1980 ist die Produktivität je Erwerbstätigem um 52 Prozent gestiegen. “Vor acht Jahren wurde ein Golf in 20 Stunden produziert, heute geht das in sieben bis acht Stunden.” Eine weitere Zahl hob Welter hervor: “Wir haben aktuell 39 Millionen Erwerbstätige, das ist so viel wie nie!” Natürlich hofft auch er, dass noch mehr dazu kommen. “Jemandem das Recht zu nehmen, zu arbeiten, ist eine Menschenrechtsverletzung.”

Ein in diesen Tagen heiß diskutiertes Thema ist der Mindestlohn. “Nur noch sechs von 27 Ländern in der EU haben ihn nicht, wir gehören dazu. Wollen wir wirklich die Letzten sein, die ihn einführen?” fragte Welter. Auch um die Jugend, die Beschäftigten von morgen, ging es. Unweigerlich fiel der Begriff “Generation Praktikum”, ein Umstand, an den sich viele junge Arbeitssuchende gewöhnen müssen. “Wir haben zu wenig Lehrer”, appellierte Welter. Bürgermeister Rudi Bertram nahm zusätzlich die Wirtschaft in die Pflicht. “Die Wirtschaft hat jetzt auch eine Bringschuld!” (tob)

[EN/EZ]

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