Mitteilung für die Presse 05/2008: Tag der Arbeit 2008 – “Auszubildende” oder doch “Auszubeutende”?
Angesichts der wirtschaftlichen Situation stellt sich zum 1. Mai die Frage, ob es heute noch angebracht ist, den Tag der Arbeit zu feiern. Aus den folgenden Gründen darf man dies durchaus mit ja beantworten: Einerseits bietet der Tag der Arbeit nämlich Anlass dazu, dass die Beschäftigten den Wert ihrer Anstellung schätzen können und andererseits dient er dazu, um auf die hohe Erwerbslosigkeit aufmerksam zu machen. So sollte es Arbeitnehmerinnen und -nehmern durchaus gestattet sein, ihre errungenen Rechte am Arbeitsplatz an einem freien Tag wie diesem zu würdigen und so sollte es Arbeitslosen möglicht werden, um für ihr Recht auf Arbeit eintreten zu dürfen.
Doch jenseits dieser Gründe finden sich weitere, die den Tag der Arbeit lohnenswert machen: So muss im Rahmen eines solchen Feiertags ebenfalls über Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nachgedacht werden. Beispielsweise ist es kaum verständlich und noch weniger hinnehmbar, dass gerade junge Menschen unter dem Mangel an Ausbildungsplätzen leiden und sich stattdessen zunehmend in unbezahlten Jahrespraktika als “Auszubeutende” wiederfinden. Auch Leiharbeiterinnen und -arbeiter erdulden ähnlich bedrückende Arbeitsbedingungen, die geprägt sind von Unterbezahlung und von ständiger Furcht vor plötzlicher Arbeitslosigkeit. Nicht besser ergeht es den Mitmenschen, die wegen ihres Alters vorzeitig vom Arbeitsmarkt ausgesondert werden – dabei sind sie oft wenig älter als fünfzig Jahre jung und für den Arbeitsmarkt mit ihrer Erfahrung von unschätzbarem Wert.
Doch nicht nur die Situation der so genannten “Auszubeutenden”, “Leiharbeiter” und “älteren Arbeiter” machen den Tag der Arbeit wichtig. Auch die steigenden Lebenshaltungskosten verdeutlichen den Wert der Arbeit, und dass sich “Arbeit” lohnen muss. Während Lebensmittel- und Energieversorgungspreise gegenüber dem Einkommen der Menschen überproportional ansteigen, stellt sich die Frage nach einem gerechten (Mindest?)Lohn – vor allem mit Blick auf das wirtschaftliche Wachstum, von dem die Bevölkerung (anders als von Verantwortlichen dargestellt) nicht profitiert, da es dort beispielsweise in Form von Lohnerhöhungen nicht ankommt.
Angesichts der oben genannten Bedingungen am Arbeitsmarkt sollte allen der Wert einer Erwerbstätigkeit besonders am 1. Mai bewusst bleiben, damit mehr Menschen endlich in würdevolle Arbeit kommen!
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Demonstration und Kundgebung des DGB in Aachen:
10:00 h Demonstration: DGB-Haus Aachen
11:00 h Kundgebung: Elisenbrunnen (Friedrich-Wilhelm-Platz)





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