Kommentar: Wir sind nicht asi, wir sind “spätrömisch dekadent”!?
„Spätrömische Dekadenz“, das hört sich doch toll an, oder? Auch wenn ich nicht weiß, was es ist, es muss toll sein … nicht.
Nähern wir uns dieser fachidiotischen Floskel doch einmal auf einem Niveau, zwischen dem und dem Niveau von Herrn Westerwelle 5 Minuten freier Fall liegt, das dürfte nicht schwer sein.
Zuerst einmal zur Begrifflichkeit: Unser Außen-Guido verurteilt Hartz-4-Schmarotzer aufs Schärfste, indem er sie mit den alten Römern vergleicht, die, wie wir alle wissen, den ganzen Tag nichts besseres zu tun hatten, als in Eselsmilch zu baden und Knabenliebe zu betreiben. Passt auf den ersten Blick ja schon mal ganz gut! Beim zweiten Blick fällt allerdings auf, dass Westerwillie wohl die eine oder andere Geschichtsstunde versäumt hat. Seine Aussage, dass das römische Reich an dieser sogenannten“Dekadenz“ zerfallen ist, trifft nur in Teilen zu, um nicht zu sagen, dass es absoluter Schwachsinn ist. So hat Mr. Mittelstand nämlich die Völkerwanderung, den Wandel zu einer Diktatur und die daraus resultierende Spaltung des römischen Reiches in das weströmische und das byzantinische Reich schlichtweg verpennt, aber wer will’s ihm denn verübeln? Immerhin war das vor seiner Zeit. Gut, hätten wir den Teil, der auf Fakten basiert, schon einmal widerlegt.
Jetzt lasst uns mal untersuchen, inwieweit der Vergleich eines faulen Hartz-4-Empfängers mit einem dekadenten Spätrömer passt. Zuerst einmal ist ein dekadenter Spätrömer automatisch ein reicher, dekadenter Spätrömer, wie soll er sonst ein (aufpassen, ich kann auch Fachlateinisch) „Vomitorium“ benutzen? Also ein Raum, in dem ein durchtrieben dekadenter Durchschnittsspätrömer nach dem Essen oder Saufgelage kotzen ging, nur um danach weiter zu mampfen oder zu trinken. Je nachdem was gerade am teuersten ist, man will es sich ja gut gehen lassen mit seinen Sklaven.
In der anderen Ecke unser dekadenter Langzeitarbeitsloser. Dieser kann von seinem Einkommen vielleicht ein Bad in pasteurisiert-homogenisierter Kuhmilch vom MHD- Markt genießen, nach einem Saufgelage aus dem Fenster reiern, anstatt in sein nach Lavendel riechendem Vomitorium und das mit der Knabenliebe läuft heute zumindest außerhalb der katholischen Kirche auch was anders. Obwohl ich unserem hochgeschätzten Akneminister prinzipiell Recht geben muss, wenn er sagt, dass Sozialmissbrauch nicht hinzunehmen ist, so ist sein lateinischer Vergleich nicht hierfür treffend. Da fällt mir spontan eine bessere Klientel für ein, die überdimensionale Geldmassen verdient, die Infrastruktur Deutschlands mit sämtlichen öffentlichen Einrichtungen nutzt und der Gesellschaft diskret mit einem feisten Lächeln im Gesicht den Mittelfinger ins Gesicht des deutschen Steuerzahlers drückt: Unsere heißgeliebten, schweizerischen Steuerhinterzieher, die Millionen, vielleicht auch Milliardenbeträge in Bankgeheimnis-Schweiz deponieren, schön weit weg von den einfachen Steuerfahndern. Hier wäre Herr nach-11-Jahren-Opposition-endlich-im-Außenministerium-Westerwelle mehr gefordert, als in der Innenpolitik! Der soll mal klar machen, dass die Kohle hier bleibt und nicht in der Schweiz, das ist sein Job, oder seit wann ist er im Sozialministerium tätig?
Aber, und jetzt kommt`s: das würde sein ohnehin schon dezimiertes Wählervölkchen verärgern, sodass er zum Ansturm auf sozial Schwache bläst.
Jetzt kommt sein eigentliches Verbrechen: Er sagt zusätzlich, dass jemand, der Arbeiten geht, mehr verdienen muss, als der, der nichts tut. Das macht erst mal Sinn oder? Die logische Konsequenz wären dann Mindestlöhne, die sicherstellen, dass niemand mehr zusätzlich zu seiner Beschäftigung mit der Arge sein Einkommen auf Hartz-4-Niveau aufstocken muss. Das tun immerhin 1,4 Millionen Menschen in Deutschland. Doch Mr. Besserwisser lehnt diese ab, weil sie ja Arbeitsplätze vernichten.
1. In mehreren Ländern gibt es den Mindestlohn (Großbritannien, Frankreich, USA). Hier gab es keinen oder kaum Beschäftigungsrückgang.
2. Der Vorschlag von (Sch-)Westerwelle, Steuern zu senken kostet dem Staat Unmengen Geld und hilft kaum, da diese Leute eh kaum Steuern zahlen.
Ergo: Guido labert Blödsinn!
Zusammenfassend lässt sich sagen (Deutschklausur lässt grüßen), dass „sozialer-Brandstifter-Guido“ absolut Recht damit hat, dass Sozialmissbrauch geahndet werden muss. Jedoch vergisst er hier die eigentlichen Missbrauchsfälle, die Steuerhinterzieher, die wahrscheinlich mehr Geld in Anspruch nehmen und beleidigt Hartz-4-Empfänger auf einem für sein Amt untragbarem Niveau. Außerdem hat er keine Lösung für sein Problem und führt verzweifelt eine Grundsatzdiskussion, die ins Leere führt.
In diesem Sinne: am 9. Mai schafft die FDP nicht den Einzug in den Landtag! Nicht so!




Danke Raphael
endlich mal einer der den Mund aufbekommt.Wer mag schon einen Außenminster der sich gegen das eigene Volk wendet. Statt zu protzen der sollte er die Probleme beim Schopf packen und daran arbeiten. Unsere kleine Schwesterwelle.Man versteht nicht wie so einer Außenminister werden konnte!
Achja
Raffi for president
Zugegeben, als ich in das Feld der Suchmaschine >Akneminister< tippte hab ich mich auf ein sehr niedrigen Level begeben. Dieser Beitag rechnet auf den Niveau dieser Person mit dieser ab! Von einem Typ der sich benimmt als wäre er am Ziel und die Früchte seiner Arbeit unter seinen Kumpanen verteilt kann man nicht erwarten, das er mit der Arbeit beginnt, die das Amt welches er inne hält mit sich bringt.
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