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Kommentar: Stark wie Rambo

Von: Raphael Kamp 21. März 2010 Keine Kommentare

Sehr verehrte Damen und Herren, darf ich vorstellen: Dr. Philipp Rösler, Gesundheitsminister, 39 Jahre alt, FDP-Mitglied und Pharmakonzernkonkurrent. Ein Mann, der für Überraschungen gut ist und mit außergewöhnlich innovativen Ideen für ein gesundes Gesundheitswesen sorgt!

So auch sein neuester Paukenschlag, ein Vorstoß der Extraklasse: Er bittet Pharmakonzerne und Krankenkassen an einen runden Tisch, damit sie ihre Meinungsverschiedenheiten besprechen und Preise verhandeln können. Super!

Darauf ist ja bisher noch niemand gekommen. Immerhin muss ja auch mal der Pharmaindustrie Einhalt geboten werden. Diese raffgierige Preismonopolpolitik ist ja auch total überzogen und absolut realitätsfern. Im Prinzip kann man ja schon alle Pharmakonzerne als Dagobert Ducks abstempeln, die nichts Besseres zu tun haben, als in ihren von den Krankenkassen abgeluchsten Mäusen im Geldspeicher zu schwimmen. Doch dann kommt der strahlende Ritter, der Keanu Reeves jedes Kassenpatienten, der Frodo Beutlin der AOK – Philipp „die Super-Nanny“ Rösler.

Denn wenn unter seiner dominant-väterlichen Führungsclique nicht nach den rösler`schen Regeln gespielt wird, dann, ja dann wird die Pharmaindustrie halt mal eben auf die stille Treppe gesetzt.

Blödsinn! Im Prinzip ist dieses Vorhaben, die Pharmakonzerne zu bitten, ihre Preise zu senken, genauso erfolgsversprechend, als würde man versuchen, einen Hund mit vier Ärschen zu züchten. Oder einen Pavian mit fünf Ärschen. Daraus erhält man einen Regenbogen.

Gut, als wäre dieser Vorstoß nicht schon dämlich genug, da gibt es ja noch den einmaligen Vorschlag, eine Kopfpauschale einzuführen, die natürlich in der Lage ist, sämtliche Probleme des Gesundheitswesens zu lösen. Damit werden auch Arbeitsplätze geschaffen, weil der Arbeitnehmer ja alles alleine bezahlen darf, der Glückliche.

Sowas nennt ein Freidemokrat dann „sozial“. Da gibt’s ja mehr Arbeitsplätze. Sozial nennt man es, dass ein Millionär genauso viel zahlt, wie ein Bäcker. Sozial nennt man es, dass es durch die Privatversicherung eine 2-Klassen-Medizin gibt. Ehe das der Bezeichnung „sozial“ auch nur im Ansatz nahe kommt, bekommt Silvester Stallone den Oskar für sein Lebenswerk.

Bleiben wir mal bei dem Thema: Irgendwie hat der Rösler doch was von Rambo oder? Diese muskelbepackten Arme unter seinem pinken Flanellhemd, dieser flammende Ausdruck hinter seiner entspiegelten Gleitsichtbrille und erst recht diese herrische Stimme, bei der jede lauwarme Kaffeetasse im Gesundheitsamt bebt und donnert. Da bekommt man doch gleich den Eindruck, er könne mit Pfeil und Bogen einen Panzer hochjagen. Da geht’s ab im Amt. Nämlich mit 180 Sachen gegen die Wand!

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